Bericht Mitteldeutsche Zeitung vom 19.10.2011

HALLE (SAALE)/MZ. Jahrzehntelang gingen bei Güstels in der Großen Steinstraße 25 Lebensmittel über den Ladentisch. Nun soll in dem Traditions-Geschäft unweit des Stadtbades, das es bis 2001 gab, ein Café eröffnet werden, nachdem etliche Zwischennutzer nicht Fuß gefasst hatten. Noch sind Rainer Kulitze und Torsten Kempe beim Einrichten. Doch in zwei, drei Wochen wollen die halleschen Existenzgründer ihre ersten Gäste begrüßen.

Wobei sie das wohl Schwierigste schon beherrschen: das Kuchenbacken. "Wir sind beide leidenschaftliche Hobby-Bäcker und Kuchenesser", erzählt Rainer Kulitze (44), der aus dem kaufmännischen Fach kommt. "Hausgebackenen" werde es deshalb täglich geben. Ansonsten haben sich die künftigen Gastronomen in Gaststätten und Cafés wie beispielsweise in der Erfurter Altstadt vielerlei abgeguckt, was Einrichtung und Service betrifft, und lange nach geeigneten Räumlichkeiten in Halle gesucht.

 

Die Lage in dem denkmalgeschützten Haus in der oberen Großen Steinstraße gleich neben der "Schauburg" sei ideal, da nicht nur viele Passanten vorbeikommen, sondern direkt vor der Tür die Straßenbahn hält. Da biete es sich an, schon zum Frühstück zu öffnen, sagt Torsten Kempe, der als studierter Versorgungstechniker für alles Technische zuständig ist. Gerade brütet der 40-Jährige über Katalogen mit Kaffeemaschinen.

 

Etliches aus der früheren Güstelschen Ladeneinrichtung, wie das raumhohe Regal, das zwei Wände bedeckt, wird in die Gestaltung mit einbezogen. Hinzu kommen schöne alte Dinge wie Waagen, eine Zuckerschütte sowie eine Kaffeemühle. "Ein angrenzender kleinerer Raum soll als Nostalgie-Wohnzimmer eingerichtet werden", so Kulitze, der wie sein Partner für den lang gehegten Traum von einem eigenen Café seine feste Arbeitsstelle aufgegeben hat. Da beide aber ohne Kredite auskommen, halte sich das geschäftliche Risiko in Grenzen. Dass sie künftig statt acht nun zwölf Stunden am Tage arbeiten werden und das sieben Mal in der Woche, das nehmen beide gelassen. Läuft alles gut, sollen Mitarbeiter eingestellt werden. Was nun noch fehle, sei ein einprägsamer Name für das Café.

 

Elisabeth Vestner jedenfalls ist froh, dass das Erdgeschoss des rund 350 Jahre alten Hauses, das seit drei Jahren ihrer Familie gehört, nicht mehr leer steht. Das belebe die Straße wieder ein wenig mehr. Was ganz im Sinne der städtischen Aktion "Räume öffnen" ist, die die Verbindung zwischen Steintor und Kleinschmieden am Markt mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücken will.

 
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